Das Gold von Cajamarca

Yanacocha – Gold oder Leben

Die Goldmine Yanacocha

a) Grunddaten zu Yanacocha
b) Die Arbeit der Mine im gesellschaftlichen Kontext (Wirtschaft, Politik)
c) Wirtschaftliche Struktur und soziale Daten im Kontext der Minenarbeiten
d) Die Versprechungen der Mine – exemplarisch für die neoliberale Ideologie

Das Gold von Cajamarca ist eine entscheidende Ursache für die Armut in Cajamarca. Auf der Suche nach Gold sind die Europäer bis in die letzten Winkel der Erde vorgestoßen und haben dabei ganze Völker in den Abgrund gestoßen. Es war die Suche nach den vermuteten sagenhaften Goldvorkommen, weshalb spanische Söldner schließlich auch nach Cajamarca kamen und das mächtige Reich der Inkas im Handstreich zerstörten.

„Von hier aus nach Norden geht es nach Panama und damit in die Armut und hier geht es nach Peru, wo man reich werden wird. Jeder möge auswählen, was ihm am meisten behage.\“

Francisco Pizarro vor der Eroberung des Inkareiches

Gold steht als Sammelbegriff für alle Reichtümer, als Inbegriff aller Schätze dieser Welt. Spanische Theologen des 16. Jahrhunderts bezeichneten das Gold als ein Geschenk Gottes, der in seiner göttlichen Vorsehung die heidnischen Völker mit großen Goldvorkommen ausgestattet hat, damit auf diese Weise die Christen den Weg zu diesen Völkern finden, um sie zu taufen und sie so vor der Hölle zu bewahren.

Cajamarca ist ein geschichtlich einzigartiger Ort, an diesem Ort verdichtet sich die globale Geschichte der Eroberung und Zerstörung. Um des Goldes willen kamen die Europäer und mit ihnen das Evangelium nach Cajamarca – und wegen der Goldminen von Cajamarca haben die Menschen heute angeblich eine erneute Chance auf ein besseres Leben.

a) Yanacocha – Grunddaten

Gerade als es schien, dass die Zeit der Gold- und Silberminen in Cajamarca nun zu Ende gehen würde, geriet Cajamarca erneut in den Brennpunkt des Interesses. Auf der Hochebene im Norden von Cajamarca wurde bereits Ende der siebziger Jahre ein Goldgehalt von 1–1½ Gramm pro Tonne Gestein festgestellt. Erst als die „Newmont Mining Company\“ mit neu entwickelten Technologien auf den Plan trat, geschah alles sehr schnell.

Am 23. Juli 1992 wurden in Anwesenheit des peruanischen Präsidenten Fujimori offiziell die Vorbereitungsarbeiten für den Betrieb der Mine eröffnet. Im August 1993 konnte mit dem Abbau des Goldes begonnen werden. Das Zentrum der Minen liegt etwa 45 km nordöstlich von Cajamarca auf einer Höhe von 3.800–4.200 m und umfasst ein Gebiet von 2.000 ha. Bereits Mitte der neunziger Jahre bestanden Pläne für die Erweiterung auf 25.000 ha. Auf diesem Gebiet entspringen die drei Flüsse, die für die Wasserversorgung von Cajamarca und Bambamarca von entscheidender Bedeutung sind.

3,3 Mio. Unzen

Gold abgebaut im Jahr 2005 – Lateinamerikas größte Produktion

52 % Armut

Cajamarca ist trotz der Mine das ärmste Departement Perus geworden

151 kg Quecksilber

Verschüttet im Jahr 2000 in Choropampa – über 1.000 Menschen vergiftet

Marco Arana – Menschenrechtspreis und Morddrohungen

Am 14. Februar 2011 steht ein einfacher katholischer Priester im Blitzlichtgewitter der Presse. Er wird mit dem 1. Preis der Berliner Filmfestspiele (Kategorie Menschenrechte) ausgezeichnet. „Patin\“ ist Bianca Jagger. Wie kommt ein einfacher Pfarrer aus Cajamarca, Peru, auf die Bühne in Berlin?

„Wenn sie Bergbau betreiben wollen, müssen sie akzeptieren, dass sie die Campesinos nicht als lästige Störenfriede für ihre Bergbautätigkeiten betrachten dürfen. Die Campesinos sind Staatsbürger, die wie jeder andere Peruaner das Recht haben, ihr Eigentum, ihr Recht auf sauberes Wasser und auf eine gesunde Umwelt zu verteidigen.\“

Marco Arana, Preisrede Berlin 2011

Weitere Texte zur Goldmine: williknecht.de – Gold von Cajamarca

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