Kirche der Befreiung

Die Kirche von Cajamarca – Herausforderung einer Option für die Armen

Diese Dokumentation von Willi Knecht wirft ein Schlaglicht auf die gegenwärtige Verfassung der katholischen Kirche. Während die Diözese Cajamarca bzw. die Arbeit von Bischof Dammert bei Theologen und auch bei CEHILA (Zentrum für Kirchengeschichte Lateinamerika) als eines der besten Beispiele für die Umsetzung der Beschlüsse und des Geistes des Konzils gilt, wird gerade deswegen nun vom Nuntius in Peru diese Arbeit als Schande für die Kirche bezeichnet.

Zur Amtseinführung des neuen Bischofs in Cajamarca (19.12.2004)

Das wichtigste Ereignis in der Kirche von Cajamarca in den letzten Jahren war die Ernennung und Amtseinführung des neuen Bischofs José Carmelo Martínez Lázaro. Der apostolische Nuntius von Peru, Rino Passigato, stellte dabei Bischof Simón im bewussten Kontrast zu dessen Vorgänger Bischof Dammert dar – der angeblich viele tiefe Wunden hinterlassen und unter dessen 30-jähriger Amtszeit die Kirche schweren Schaden erlitten habe.

Bischof Dammert und die befreiende Pastoral

Unter Bischof José Dammert Bellido (1962–1992) wurde die Diözese Cajamarca zu einem der international beachtetsten Beispiele für die Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils in Lateinamerika. Landbibliotheken (Bibliotecas rurales), Rondas Campesinas, befreiende Pastoral – in Cajamarca entstand eine Kirche, die die Menschen in den Mittelpunkt stellte: die Ärmsten, die Ausgegrenzten, die Campesinos der Hochanden.

„Die Kirche kann nur Veränderungen anstoßen, wenn sie sich selbst verändert.\“

Bischof José Dammert Bellido

Juan Medcalf und die Landbibliotheken

Juan Medcalf war der Gründer der Bibliotecas rurales. Er arbeitete mehr als zehn Jahre in der Diözese Cajamarca, von 1973–1975 in Bambamarca. Dort hatten die Landbibliotheken ihren Ursprung und von dort aus verbreiteten sie sich über die gesamte Diözese. Diese Bewegung ist bis heute neben der Ronda diejenige Errungenschaft einer befreienden Pastoral, die unbeschadet und in voller Stärke ihre ursprüngliche Linie fortsetzen kann.

Es war der 16. November 1999, der Jahrestag der Gefangennahme von Atahualpa. Etwa 100 Männer und Frauen aus den Landzonen der Diözese Cajamarca saßen im Kreis auf dem Lehmboden. Die Delegierten der Landbibliotheken waren nach Cajamarca gekommen, um zusammen mit Padre Juan Medcalf die Eucharistie zu feiern.

Seit dem 16. November 1532

Über Jahrhunderte hinweg, seit dem 16. November 1532, als in Cajamarca der spanische Priester Valverde in der Begleitung von Francisco Pizarro dem letzten Inca Atahualpa die Bibel überreichte, war die Stimme der Indios zum Schweigen gebracht worden. Ihre Kultur und Religion, ihre Traditionen und Lebensformen wurden zerstört. Die Mehrheit der Bevölkerung wurde auch physisch ausgerottet. Nach verschiedenen Volkszählungen aus dem 17. Jahrhundert überlebten nur zwischen 1/6 bis 1/10 der ursprünglichen Bevölkerung in den Anden die ersten 150 Jahre der Eroberung.

Vollständige Studie: williknecht.de – Eine Kirche der Befreiung

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